Die Rolle der Frau in der Wertschöpfungskette von Alpakafasern
DIE ROLLE DER FRAUEN IN DER ALPAKA-WERTKETTE
Geschrieben von Jessica Rodriguez

Die Züchterin: Beschützerin der Region und des Lebens
Die erste weibliche Akteurin in der Wertschöpfungskette ist die Züchterin. Sie koordiniert die Tagesarbeit, schickt ihre Kinder zur Schule, lässt die Tiere auf die Weide, leitet die Herde in verschiedene Gehege, um Überweidung zu verhindern, und überwacht die Gesundheit der Tiere. Außerdem notiert sie in einem kleinen Notizbuch Geburten, Krankheiten, Gewichte und Faserfarben. Die genetische Kontinuität der Herde und die produktive Nachhaltigkeit des Anden-Ökosystems liegen in ihren Händen.
Jahrelang konzentrierte sich die Ausbildung hauptsächlich auf männliche Züchter. Die Zusammenarbeit mit den Gemeinden zeigte jedoch, dass es gerade die Frauen waren, die ständig in der Region blieben, die Tiere versorgten und die Daten verwalteten. Sie waren stillschweigend die wahren Hüterinnen des Systems. Diese Erkenntnis führte zu einer Änderung der Vorgehensweise: Heute ist es eine zentrale Strategie der Ausbildung, in die Schulung von Frauen zu investieren, um die gesamte Produktionskette zu stärken.
Regierungen können Nachhaltigkeit durch Anreize und Regulierung fördern, während bewusste Verbraucher die Nachfrage nach verantwortungsvoll produzierten tierischen Produkten erhöhen. Durch die Abstimmung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Ziele kann der Viehzuchtsektor zu nachhaltigeren Systemen übergehen, die die globale Ernährungssicherheit unter Berücksichtigung der planetaren Grenzen fördern.
Die Textilindustrie verzeichnet ein deutliches Wachstum, was darauf hindeutet, dass die Nachfrage nach nachhaltigen Alpaka-Produkten steigt. Dies macht es unerlässlich, dass die Alpaka-Branche dieser Herausforderung begegnet. Eine Studie zur Bestimmung des ökologischen Fußabdrucks ist der erste Schritt auf diesem Weg.

Die Faser-Meisterin: eine Fertigkeit, die keine Maschine ersetzen kann
Eine weitere zentrale Akteurin ist die Meisterin der Fasersortierung. Diese Arbeit erfordert eine außergewöhnliche Sensibilität: Allein durch das Fühlen der Faser zwischen den Fingern kann die Meisterin Mikron, Weichheit, Festigkeit, Farbe und Glanz unterscheiden. Diese Fähigkeit wird seit den 1930er Jahren von Mutter zu Tochter weitergegeben, als Mädchen ihre Mütter zu den Sammelzentren begleiteten.
Es handelt sich um ein immaterielles und unsichtbares, aber entscheidendes Wissen, das weder digitalisiert noch durch Technologie ersetzt werden kann. Heute steht dieses Handwerk vor einer großen Herausforderung, da viele junge Frauen wegziehen oder andere Berufe wählen. Daher bilden Institutionen und Verbände aktiv neue Meistersortiererinnen aus und ermutigen sie, um sicherzustellen, dass diese einzigartige Fähigkeit weltweit erhalten bleibt und die Tradition hochwertiger Alpakafasern fortgesetzt wird.
Die Handwerkerin: Schöpferin von Identität
Handwerkerinnen verwandeln Fasern in Kleidung, die Design, Technik und Tradition vereint. Sie verwenden überlieferte Methoden wie Holzwebstühle, Rückengurtwebstühle, Spinnen mit der Pushka-Spindel, Stricken, Häkeln und komplexe Intarsientechniken. Jedes Textil trägt eine tiefe Botschaft: Es spiegelt die Farben der Gemeinschaft, die Familiengeschichte, die Symbolik der Pachamama sowie von Generation zu Generation weitergegebene Muster wider.
Heute sind viele Handwerkerinnen auch Unternehmerinnen, Designerinnen, Leiterinnen von Verbänden sowie Organisatorinnen von Messen und Märkten. Ihre Arbeit generiert nicht nur Einkommen, sondern stärkt auch die Position des Alpakas auf den globalen Märkten. Hinter jedem Kleidungsstück, das in Paris, New York oder Tokio landet, steht eine Andenfrau, die es von ihrem Zuhause in den Hochlanden aus gesponnen, gewebt oder entworfen hat.

Eine von Frauen getragene Kette
Frauen sind in jedem Glied der Wertschöpfungskette des Alpakas präsent:
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In der Zucht, als Entscheidungsträgerinnen für Produktion und Wirtschaft.
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In der Tiergesundheitspflege, als Anwenderinnen von Ahnenwissen und traditioneller Medizin.
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In der Sortierung, als Garantinnen der Qualität von Anfang an.
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Im Spinnen und Weben, als Bewahrerinnen jahrtausendealter Techniken.
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Im Unternehmertum und Handel, indem sie traditionelles Wissen mit modernen Märkten verbinden.
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In der Wissensvermittlung, als Ausbilderinnen neuer Generationen.
Wenn ein Mensch Alpakakleidung trägt, trägt er eine Geschichte mit sich: die einer Familie in den hohen Anden, die Arbeit einer Frau als Tierpflegerin, die Hände, die die Faser ausgewählt haben, und die Kreativität der Handwerkerin, die Tradition in Kunst verwandelte.
„Alpaka ist nicht nur eine Faser; es ist ein Versprechen von Schönheit, Identität und Würde, das die Frauen der Anden seit Tausenden von Jahren aufrechterhalten haben.“
Copyright der Bilder: International Alpaca Association, www.aia.org.pe





















